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Süßungsmittel im Proteinpulver: Sucralose, Stevia, Aspartam

Was die EFSA zu Süßstoffen sagt und welcher Süßstoff zu welchem Geschmackstyp passt.

Protein+ Redaktion28. Oktober 20263 min Lesezeit

Die meisten Proteinpulver sind mit Sucralose gesüßt, seltener mit Acesulfam-K, Stevia oder Aspartam. Alle sind in der EU zugelassen und bei normalem Verbrauch weit unterhalb der Grenzwerte der EFSA. Offene Fragen gibt es zum Einfluss auf die Darmflora. Wer ganz verzichten will, greift zu geschmacksneutralen Pulvern, die es von fast jeder Marke gibt.

Warum Proteinpulver gesüßt wird

Reines Molken- oder Pflanzenprotein schmeckt neutral bis leicht bitter oder erdig. Mit Zucker zu süßen würde pro Portion schnell 5 bis 10 g Zucker und entsprechend Kalorien bedeuten. Süßstoffe sind hunderte Male süßer als Zucker und reichen deshalb in winzigen Mengen.

Die gängigen Süßstoffe im Überblick

Süßstoff E-Nummer Süßkraft (Zucker = 1) ADI der EFSA (pro kg Körpergewicht)
Sucralose E 955 ca. 600 15 mg
Acesulfam-K E 950 ca. 200 15 mg
Aspartam E 951 ca. 200 40 mg
Steviolglycoside E 960 ca. 200–300 4 mg (als Steviol)

Der ADI (Acceptable Daily Intake) ist die Menge, die ein Mensch lebenslang täglich aufnehmen kann, ohne dass ein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist. Für eine Person mit 70 kg wären das bei Sucralose 1.050 mg pro Tag. Proteinpulver enthalten pro Portion meist deutlich unter 100 mg. Selbst mehrere Shakes am Tag bleiben weit unter dem Grenzwert.

Was die Studien sagen

Standard in Proteinpulvern ist Sucralose, etwa in fast allen Sorten von Myprotein. Sie gilt als hitzestabil. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät allerdings seit 2019, sucralosehaltige Lebensmittel nicht über 120 °C zu erhitzen, weil dabei chlorhaltige Verbindungen entstehen können. Wer mit gesüßtem Pulver backt, sollte das im Hinterkopf behalten.

Zur Darmflora fand eine Studie von Suez et al. (2022) bei einem Teil der Teilnehmer nach zwei Wochen Sucralose oder Saccharin veränderte Darmbakterien und eine leicht veränderte Blutzuckerreaktion. Die Studie war klein und kurz, die Effekte fielen individuell sehr unterschiedlich aus. Sie wirft eine offene Frage auf, belegt aber keine Schäden.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte Aspartam 2023 als „möglicherweise krebserregend“ ein. In derselben Kategorie steht zum Beispiel Aloe-vera-Extrakt. Das gleichzeitig tagende Expertengremium von WHO und FAO bestätigte den bisherigen ADI von 40 mg pro kg. Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie müssen Aspartam meiden. In Proteinpulvern ist Aspartam selten.

Die EFSA hat Acesulfam-K 2025 neu bewertet und den ADI dabei auf 15 mg pro kg angehoben. Der Süßstoff wird oft mit Sucralose kombiniert, etwa im Sojaprotein-Isolat von Myprotein.

Stevia gilt als „natürlich“. Die eingesetzten Steviolglycoside sind aber ebenfalls hochgereinigte Extrakte. Viele empfinden einen lakritzartigen oder bitteren Nachgeschmack.

Zuckeralkohole in Riegeln

In Proteinriegeln steckt statt Süßstoff oft ein Zuckeralkohol wie Maltit, Sorbit oder Erythrit. Sie haben weniger Kalorien als Zucker und lassen den Blutzucker weniger stark ansteigen. In größeren Mengen wirken sie allerdings abführend. Produkte mit mehr als 10 Prozent Zuckeralkoholen müssen deshalb den Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen. Die Myprotein-Riegel wie der Layered Protein Bar sind zum Beispiel mit Maltit gesüßt.

Welcher Süßstoff zu wem passt

  • Wenn du einen neutralen Geschmack willst, passt Sucralose. Sie schmeckt dem Zucker am ähnlichsten.
  • Soll es möglichst „natürlich“ sein, nimm Stevia, mit Abstrichen beim Geschmack.
  • Ganz ohne Süßstoff kommen geschmacksneutrale Pulver aus, zum Beispiel das Impact Whey Isolate in der Sorte „Geschmacksneutral“ oder das Slow-Release Casein ungesüßt. Süßen kannst du dann selbst mit Obst, Honig oder Kakao.

Häufige Fragen

Sind Süßstoffe im Proteinpulver gefährlich?

Nach aktuellem Stand nein, solange die Grenzwerte eingehalten werden. Bei normalem Verbrauch ist das der Fall. Offene Forschungsfragen betreffen vor allem die Darmflora.

Machen Süßstoffe Heißhunger?

Die Studienlage dazu ist uneinheitlich. Große Übersichtsarbeiten finden keinen klaren Effekt auf Appetit oder Körpergewicht, wenn Süßstoffe Zucker ersetzen.

Kann ich mit gesüßtem Proteinpulver backen?

Ja, bei normalen Backtemperaturen ist das verbreitet. Das BfR empfiehlt bei Sucralose vorsorglich, nicht über 120 °C zu gehen. Wer sichergehen will, nimmt zum Backen ein ungesüßtes Pulver.

Fazit

Süßstoffe in Proteinpulvern sind nach heutigem Wissen unbedenklich, zumal die Mengen gering sind. Wer trotzdem verzichten möchte, findet bei fast jeder Marke eine geschmacksneutrale Variante. Bei Riegeln lohnt ein Blick auf den Zuckeralkohol-Gehalt, wenn der Magen empfindlich reagiert.

Stand: Oktober 2026. Grenzwerte laut EFSA.