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DIAAS

DIAAS ist die moderne Kennzahl für Proteinqualität: genauer als der alte PDCAAS und ohne künstliche Deckelung bei 1,0.

20. September 20262 min Lesezeit

DIAAS (Digestible Indispensable Amino Acid Score) ist das von der FAO 2013 empfohlene Maß für Proteinqualität. Es bewertet, wie gut ein Protein den Bedarf an essenziellen Aminosäuren deckt, und misst dabei die Verdaulichkeit am Ende des Dünndarms (ileal). Anders als der ältere PDCAAS wird der Wert nicht bei 1,0 gedeckelt.

DIAAS im Detail

Proteinqualität hängt von zwei Dingen ab: dem Aminosäureprofil (liefert die Quelle alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge?) und der Verdaulichkeit (wie viel davon wird tatsächlich aufgenommen?). DIAAS misst die Verdaulichkeit jeder einzelnen Aminosäure am Ende des Dünndarms und ist damit präziser als der Vorgänger PDCAAS, der die Verdaulichkeit gröber über den gesamten Stuhl bestimmte.

Ein zentraler Unterschied: PDCAAS wurde bei 1,0 (bzw. 100 %) gekappt, DIAAS nicht. Dadurch werden besonders hochwertige Proteine sichtbar besser abgebildet. Molkenprotein und andere tierische Quellen erreichen oft Werte über 1,0, während viele pflanzliche Einzelquellen darunter liegen.

Grobe Orientierung (FAO-basierte Werte, je nach Studie schwankend):

  • Molkenprotein / Milch: deutlich über 1,0
  • Ei: um 1,1
  • Soja: etwa 0,9
  • Erbse, Weizen: meist unter 0,8

Praktisch heißt das nicht, dass pflanzliches Protein "schlecht" ist. Durch Kombination verschiedener Quellen (etwa Erbse plus Reis) lassen sich Schwächen im Aminosäureprofil ausgleichen, und über den Tag verteilt ist die Gesamtmenge oft wichtiger als der Einzelwert.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DIAAS und PDCAAS?

DIAAS misst die Verdaulichkeit jeder Aminosäure am Ende des Dünndarms und ist damit genauer. Zudem wird DIAAS nicht bei 1,0 gedeckelt, während PDCAAS gekappt wurde: Hochwertige Proteine erscheinen so realistischer bewertet.

Ist pflanzliches Protein mit niedrigem DIAAS schlecht?

Nein. Ein niedrigerer Einzelwert bedeutet nur, dass eine Aminosäure limitierend ist. Durch Kombination verschiedener Quellen und eine ausreichende Gesamtmenge lässt sich das gut ausgleichen.

Welche Proteinquelle hat den höchsten DIAAS?

Tierische Quellen wie Molkenprotein, Milch und Ei liegen an der Spitze und überschreiten oft den Wert 1,0. Das macht sie besonders effizient, ist für den Aufbau aber nicht zwingend nötig.

Stand: September 2026. Wir aktualisieren unsere Lexikon-Einträge, sobald sich Studienlage oder Marktdaten ändern.