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Biologische Wertigkeit

Die biologische Wertigkeit misst, wie gut Nahrungsprotein in Körperprotein umgewandelt wird, ein klassisches, heute aber überholtes Konzept.

11. September 20262 min Lesezeit

Die biologische Wertigkeit (BW) gibt an, wie viel Gramm körpereigenes Protein aus 100 g aufgenommenem Nahrungsprotein gebildet werden können. Als Referenz wurde Vollei auf den Wert 100 gesetzt. Das Konzept aus den 1950er-Jahren ist historisch wichtig, gilt heute aber als überholt und wird durch modernere Kennzahlen ersetzt.

Biologische Wertigkeit im Detail

Die BW war lange der Standardmaßstab für Proteinqualität. Vollei bekam den Referenzwert 100, andere Quellen wurden daran gemessen. Clevere Kombinationen (etwa Ei plus Kartoffel) können rechnerisch sogar über 100 liegen, weil sich die Aminosäureprofile ergänzen. Das Grundprinzip, dass nicht nur die Menge, sondern die Verwertbarkeit zählt, ist bis heute richtig.

Die Schwächen der BW sind aber gravierend: Sie basiert auf Stickstoffbilanz-Messungen, ist methodisch anfällig und berücksichtigt die Verdaulichkeit einzelner Aminosäuren nur unzureichend. Deshalb hat die Fachwelt sie durch PDCAAS und vor allem DIAAS (FAO 2013) abgelöst, die Aminosäureprofil und tatsächliche Verdaulichkeit sauberer zusammenführen.

Warum taucht die BW trotzdem ständig auf? Weil sie im Marketing praktisch ist: eine einzige, griffige Zahl, oft mit den alten 1950er-Tabellen. Wenn du also "biologische Wertigkeit über 100" auf einer Verpackung liest, ist das kein Betrug, aber ein veralteter Maßstab. Aussagekräftiger sind ein vollständiges Aminosäureprofil und, wo angegeben, der DIAAS-Wert.

Häufige Fragen

Was bedeutet biologische Wertigkeit 100?

Der Wert 100 steht für Vollei, das als Referenz diente. Er besagt, dass aus 100 g dieses Nahrungsproteins die höchste Menge Körperprotein gebildet werden konnte. Andere Quellen wurden relativ dazu bewertet.

Warum gilt die biologische Wertigkeit als überholt?

Sie beruht auf der störanfälligen Stickstoffbilanz-Methode und erfasst die Verdaulichkeit einzelner Aminosäuren nur schlecht. Moderne Kennzahlen wie DIAAS (FAO 2013) bilden die Proteinqualität genauer ab und haben die BW in der Fachwelt abgelöst.

Kann ein Protein eine Wertigkeit über 100 haben?

Rechnerisch ja, durch Kombination sich ergänzender Quellen wie Ei und Kartoffel. Das zeigt vor allem, dass die Skala relativ ist. Aussagekräftiger als solche Zahlen sind das vollständige Aminosäureprofil und der DIAAS-Wert.

Stand: September 2026. Wir aktualisieren unsere Lexikon-Einträge, sobald sich Studienlage oder Marktdaten ändern.