Mikrofiltration ist ein physikalisches Trennverfahren, bei dem Milch oder Molke durch feine Membranen gepresst wird, um Proteine von Laktose, Fett und Mineralstoffen zu trennen. Weil es ohne starke Hitze oder Chemikalien auskommt, bleiben die Eiweißstrukturen weitgehend nativ, also unbeschädigt. Darauf beruhen hochwertige Whey- und Caseinprodukte.
Mikrofiltration im Detail
Man unterscheidet nach Porengröße. Mikrofiltration trennt größere Partikel wie Fett und Bakterien ab, während die feinere Ultrafiltration die Proteine von Laktose und Salzen konzentriert. Für Whey-Isolat wird oft eine Cross-Flow-Mikrofiltration (CFM) genutzt. Sie liefert einen hohen Proteingehalt bei sehr geringem Laktose- und Fettanteil, was für alle relevant ist, die Milchzucker schlecht vertragen.
Gegenüber älteren Verfahren wie der Ionenaustausch-Methode hat die schonende Filtration einen klaren Vorteil, denn sie erhält native Proteinfraktionen und die Mizellenstruktur beim Casein. Deshalb basiert auch mizellares Casein auf diesem Ansatz.
"Mikrofiltriert" oder "CFM" klingt hochwertig und ist es technisch auch. Für den reinen Muskelaufbau macht die Filtrationsmethode allein aber keinen dramatischen Unterschied. Es zählen weiterhin Proteingehalt, Aminosäureprofil und Verträglichkeit. Das Verfahren ist ein sinnvolles Qualitätsmerkmal, rechtfertigt aber keinen Aufpreis in jeder Höhe.
Häufige Fragen
Was ist der Vorteil von mikrofiltriertem Whey?
Die schonende Filtration ohne starke Hitze erhält die native Proteinstruktur und senkt Laktose- und Fettanteil. Cross-Flow-mikrofiltriertes Isolat ist dadurch besonders proteinreich und laktosearm, was vor allem bei Unverträglichkeiten hilft.
Was ist der Unterschied zwischen Mikro- und Ultrafiltration?
Die Mikrofiltration trennt größere Partikel wie Fett und Bakterien ab, die feinere Ultrafiltration konzentriert die Proteine gegenüber Laktose und Mineralstoffen. In der Praxis werden beide Verfahren oft kombiniert, um hochreines Proteinpulver herzustellen.
Rechtfertigt Mikrofiltration einen höheren Preis?
Ein moderater Aufpreis kann gerechtfertigt sein, weil das Verfahren native Proteine und niedrige Laktosewerte liefert. Ein Wundersiegel ist es aber nicht. Für den Muskelaufbau zählen Proteingehalt, Aminosäureprofil und Verträglichkeit mehr als die Filtrationsmethode allein.